Ratgeber

Dicke Sohlen für den Winter - Drei Trends der Schuhmode


Flach und praktisch: Das sind viele Schuhmodelle in den Kollektionen für den Herbst und Winter 2015/16. Hier ein Modell von Sorel (ca. 130 Euro). Foto: Sorel

Düsseldorf (dpa/tmn) - Es gab Zeiten, da waren Winterschuhe im Trend, die nicht für den Winter gemacht waren. Helle Stiefel zum Beispiel mit dünnen und rutschigen Sohlen - für eine Jahreszeit mit glatten Straßen durch Laub, Regen und Schnee! Aber die Mode schafft dieses Mal den Spagat.

Im Trend für den Herbst und Winter 2015/16 sind eher dunkle Schuhe mit schweren, dicken Profilsohlen, die dazu noch mit Fell oder kuscheligem Futter wärmen. Die drei Haupttrends im Überblick:

Trend 1 - Farben

Im Trend ist Düsteres. Die Experten des Fashion-Pools Modeurop haben für die Schuhmesse GDS in Düsseldorf früh in die Kollektionen der Designer schauen können und entdeckt: Im Herbst setzen die Schuhhersteller vornehmlich auf die Farben der Nacht, also Schwarz, Violett und Aubergine, dunkles Kardinalrot und tiefes Blau. Daneben ist die Farbwelt eines herbstlichen Nebeltages beliebt - also vor allem kühle blau- und graustichige Farben wie Kiesel, Marmor und Granit. Die dritte Farbwelt ist inspiriert vom bunten Laub der Bäume: Warme Braun- und Gelbtöne wie Karamell, Honig und Bernstein gehören in diese Gruppe, außerdem Cognac und ein dunkles Braun.

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Farblich zeigen sich Herbst und Winter am Fuß also nicht knallig und schrill, sondern eher zurückhaltend. Aber deswegen sind die Schuhe nicht langweilig - der zweite Blick darauf ist


Kunstfell hält warm und ist dekorativ: An viele Schuhen wie hier von Marc Cain findet sich kuscheliges Innenfutter auch als Zierde außen am Schuh (ca. 530 Euro). Foto: Marc Cain
wichtig: «Auch wenn die Farben sehr dezent sind, spannende Geschichten sind dieses Mal beim Material zu finden», erklärt Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie. Die eher dunklen Schuhe werden manchmal mit Gold besprüht oder mit Pailletten und Lack aufgepeppt.

Ein anderer Hingucker sind Tiermuster: Die schon zuletzt beliebten Zebra-, Leoparden- und Echsenmuster bleiben in Mode. Und dazu kreieren die Designer nur auf den ersten Blick einfarbige Schuhe - näher betrachtet ist es ein Ensemble verschiedener Töne einer Farbfamilie.

Der Tipp: Wem die Schuhe nicht genug auffallen, sollte sie selbst aufpeppen: Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt rät, zum Beispiel in die Stiefeletten im Bergsteiger-Stil Schnürsenkel farblich passend zur Handtasche zu ziehen.

Trend 2 - Dicke Sohlen

Was in Mode ist, passt selten auch zur Jahreszeit und ist wirklich alltagstauglich. Aber jetzt! Manche Modelle haben Profile wie Winter- oder gar Traktorreifen. Sogar die Sneaker der Saison wirken wie aufgebockt. «Bodenbetonung und dadurch auch Bodenhaftung», fasst Schuhexpertin Claudia Schulz den Trend zusammen. Besonders angepriesen für Frauen sind weiterhin die Männer-Halbschuhe wie Mokassins, Haferlschuhe und Loafer im Dandystil. Auch sie haben nun oft richtig dicke, geriffelte Sohlen.

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Sogar die Absätze der Stiefel und Pumps sind meistens eher dick und


Die Absätze haben an Masse gewonnen. Dazu liegen im Trend oft dunkle Töne wie ein tiefes Lila. The Art Company verwendet außerdem zarte Pastellfarben (145 Euro). Foto: The Art Company
breit statt wie lange Zeit hauchdünn und spitz. Dieser Trend hat laut den Modeurop-Experten auch einen bestimmten Anlass: Die Säume der trendigen Hosen sind weiter geworden, breite Marlene-Modelle zum Beispiel sind angesagt. «Dünne Pumps und Ballerinas verschwinden darunter, daher brauchen wir wieder mehr Volumen am Fuß», erläutert Schulz. Und auch die Röcke sind nun weiter, schwingender und die Kleider länger, dazu passen ebenfalls weitere, aber gerade geschnittene Stiefelschäfte.

Der Tipp: Die Schuhe sind viel breiter und weiter als noch vor ein paar Jahren. Aber wie es so oft in der Mode ist, all das war schon einmal da. Daher rät Modeberater Rose: Wer noch Stiefel aus den 1990er Jahren im Schrank hat, kann diese getrost wieder hervorholen. Auch die Bikerboots der vergangenen Saisons bleiben in Mode.

Trend 3 - Western-Symbole

Viele Stiefel, Pumps und Halbschuhe sind verziert mit Spangen und Schnallen, auf die so mancher Cowboy neidisch wäre. «Die Ankle Boots werden häufig geschnürt», berichtet Andreas Rose von seinen Beobachtungen. «Viele Schuhe haben auch andersfarbige Kappen, das fällt auf.» An manchen findet man das Karomuster der Cowboy-Hemden oder Fransen.

Was in den Kollektionen besonders auffällt: Viele Stiefel sind mit dickem Fell verziert, im Innenschuh wie auch außen. Diese kuscheligen Modelle sind natürlich praktisch in punkto Wärme. Und sie sind so gestaltet, dass man Teile des Schaftes oder die Lasche umklappt und so das weiche Innenfutter nach außen kommt - ein zusätzlicher Hingucker. Wer nicht darauf steht, findet genug Stiefel mit großen Schaftweiten, um dicke Socken anzuziehen.

Der Tipp: Die Cowboystiefel haben einen Nachteil, findet Andreas Rose: Ihre Schnallen können sich an Strumpfhosen und Röcken verhaken und reißen vielleicht Löcher hinein. Daher rät er, beim Kauf den Praxistest beim jeweiligen Modell zu machen.



Stiefeletten werden nun gerne zum Schnüren angeboten - was Cowgirls einst im Mittleren Westen trugen. Hier ein Beispiel von Neosens (ca. 200 Euro). Foto: Neosens

Erst der zweite Blick verrät den Trend: Statt mit Farbe aufzufallen, nutzen die Designer unterschiedliche Materialien. Bei Caprice wurde ein Reptilienmuster ergänzt (ca. 100 Euro). Foto: Caprice

Der Schuh sieht aus wie für einen Mann gemacht, ist aber für die Frau: Modelle wie dieser Halbschuh von Bugatti liegen derzeit im Trend (ca. 70 Euro, erhältlich ab September). Foto: Bugatti

Viele Schuhe zieren aktuell Elemente der Cowboymode, diesen Schuh von s.Oliver zum Beispiel Fransen (ca. 80 Euro). Foto: s.Oliver

Dicke Sohlen sind im Trend - sogar Sneaker wirken diesen Winter wie aufgebockt. Etwa dieses Beispiel von Tamaris (ca. 70 Euro). Foto: Tamaris

Nur auf den ersten Blick ist dieser Frauenschuh von Unisa einfarbig: Er trägt aber verschiedene Töne einer Farbfamilie, darunter auch das Muster von Reptileinhaut in Bronze (ca. 120 Euro). Foto: Unisa

Viele der angesagten Stiefel oder Stiefeletten sind so gestaltet, dass das Innenfutter sichtbar wird. Auch Unützer hat so ein Modell im Programm (580 Euro). Foto: Unützer

Stiefel, die auch ein Cowboy gut tragen könnte: Viele Schuhdesigner ließen sich für die Saison vom Wilden Westen inspirieren - auch die Kreativen von Boss (650 Euro). Foto: Boss

Dicke Sohle, Männerstil: Frauen greifen derzeit gerne zu eher derben Schuhen. Gabor hat zum Beispiel ein Paar im angesagtem Dunkelrot und Lackausführung im Programm (125 Euro). Foto: Gabor

Schuhsohle mit einem Profil wie Winterreifen: Deichmann setzt bei diesem Modell zum Beispiel auf diese dicke Unterlage (ca. 45 Euro). Foto: Deichmann

GDS-Trends Herbst/Winter 2015/16

2015-10-14 09:35:48 | der-sparpilot.de
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