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Foto & Camcorder

Die Foto Kamera

Ein Blick in die Zukunft zeigt den Weg der Kamera wohl in zwei stark genutzten Segmenten an, vorausgesetzt es erfolgt keine bahnbrechend neue Erfindung in diesem Bereich. Es wird sich beziehungsweise haben sich bereits zum einen die Kompaktkameras für den Freizeitbereich sowie die Systemkameras für den anspruchsvolleren Nutzer bis hin zum Profi etabliert.

Doch angefangen hat es mit der so genannten Lochkamera oder auch Camera Obscura. Wer nun denkt, dazu muss jetzt so etwa 100 bis 120 Jahre in die Vergangenheit geblickt werden, unterschätzt den Erfindungsreichtum der Menschen. Vor rund 2400 Jahren beschrieb bereits Aristoteles im alten Athen das Prinzip, wie ein Abbild der Umgebung auf der Rückwand einer abgedunkelten Schachtel nur durch ein kleines Loch erscheint, dass auf der gegenüberliegenden Seite angebracht ist. Viele große Namen der Wissenschaft haben sich im Laufe der Jahrhunderte damit beschäftigt, so etwa Roger Bacon oder Leonardo da Vinci. Schon im Mittelalter wurden bereits Sammellinsen eingesetzt und die Camera Obscura beispielsweise als Zeichenhilfe von Künstlern verwendet.

Von der Kamera in dem Sinne, das ein Motiv abfotografiert und auf einem Bildträger dauerhaft festgehalten wird, kann erst ab dem Jahr 1839 mit der Entwicklung der Daguerreotypie gesprochen werden. Die ersten Einzelstücke waren noch aus Holz, aber schon 1841 stellte das noch heute bekannte Unternehmen Voigtländer die erste Ganzmetallkamera her.

Die ersten Kameras im herkömmlichen Sinne lichteten die Fotografien auf beschichteten Glasplatten ab. Dem folgten Filmmaterialien wie das Zelluloid, das auch Grundlage für den 1887 durch Hannibal Goodwin patentierten ersten Rollfilm war. Erst der Rollfilm sorgte dafür, dass Kameras einen größeren Einsatzbereich erhielten, denn die zuvor verwendeten Plattenkameras waren schwer und unhandlich. Von nun wurden von verschiedenen Herstellern Kameras in unterschiedlichen Versionen gebaut und wieder waren es sowohl Kameras mit fest verbautem Objektiv, ähnlich den heutigen Kompaktkameras und Systemkameras mit Wechselobjektiven. Diese Rollfilmkameras hatten jedoch den Nachteil, dass der Sucher und das Objektiv nicht übereinstimmten. Zwischen dem im Sucher zu sehenden Bild und der tatsächlichen Aufnahme bestand immer ein Unterschied oder Versatz, bedingt durch die unterschiedliche Höhe. Das sorgte bei nicht wenigen Aufnahmen etwa für abgeschnittene Köpfe, was allerdings erst nach der Entwicklung des belichteten Films, meist mehrere Tage, bemerkt wurde. Zu Anfang der 1960er Jahre schaffte eine Idee den Durchbruch, die bereits 1895 entwickelt wurde. Die Spiegelreflexkamera war nun für ein größeres Publikum erschwinglich und endlich stimmte das Bild im Sucher mit dem des Objektivs überein.

Im Grunde ist eine Spiegelreflexkamera aufgrund ihrer austauschbaren Komponenten auch eine Systemkamera, aber zur besseren Unterscheidung werden die beiden Kamerasysteme getrennt geführt oder der Zusatz „spiegellose Systemkamera“ angeführt.

Mit dem Beginn der digitalen Fotografie wurde der Monitor oder das Display auf der Rückseite zum Standard und jeder Fotograf konnte das exakte Abbild der späteren Fotografie im Voraus betrachten. Damit war der große Vorteil der Spiegelreflexkamera durch die digitale Entwicklung eingeholt worden. Allerdings haben sich in den Jahrzehnten der Spiegelreflexkamera und den dazugehörigen Objektiven eine solche Bandbreite an Systemen und Entwicklungen aufgebaut, dass diese noch lange nachwirken werden. Die Zukunft gerade in der professionellen Fotografie wird aber den spiegellosen Systemkameras gehören, die nun mit dem Vorteil der höheren Geschwindigkeit trumpfen können. Dazu kommen Entwicklungen im Bereich des Autofokus, die beispielsweise das Scharfstellen in 0,07 Sekunden erlauben. In der Sportfotografie etwa ein riesiger Vorteil. Ob die Gehäuse der Systemkameras viel kleiner werden, ist nicht anzunehmen, denn die dazugehörigen Objektive benötigen für bestimmte Lichtstärken entsprechende Durchmesser.

Im Bereich der Kompaktkameras ist der Weg nicht ganz so eindeutig. Ihnen wird das Leben durch Handykameras etwas schwerer gemacht. Da kann nur eine erweiterte Funktionsvielfalt helfen.

Camcorder

Als ein Camcorder wird ein Gerät bezeichnet, das sowohl Videos aufzeichnen wie auch wiedergeben kann. Diese heute längst üblich gewordene Doppelfunktion war bis in die 1980er Jahre nicht möglich. Damals waren Videokamera und Videorecorder zwei getrennte Geräte, die mittels Kabel verbunden waren.

JVC brachte im Jahr 1983 einen Camcorder auf den Markt, der es ermöglichte, die zuvor gemachten Videoaufnahmen entweder im Sucher oder auf einem angeschlossenen Monitor wiederzugeben. Natürlich konnte das Videoband im VHS-C-Format, das zur Aufnahme benötigt wurde, ebenso in einem passenden Videorecorder abgespielt werden. Dies gehörte alles noch zum analogen Zeitalter, wobei allerdings die weitgehende Digitalisierung der Geräte praktisch schon vor der Tür stand. Sony brachte in Konkurrenz zu JVC das Betamax-System auf den Markt, was sich als gründlicher Fehlgriff erwies. Allerdings schaffte es das Unternehmen mit dem 1985 eingeführten Video-8-System, einen Standard zu schaffen, der sich bis zum Beginn des digitalen Zeitalters hielt.

Im Laufe der Jahre wurden die Geräte und auch die Videokassetten immer kompakter, was in den so genannten Palmtop-Camcordern gipfelte. Etwa ab der Mitte der 1990er Jahre begann die Umstellung von der Magnetbandaufzeichnung mittels analogem PAL-Signal auf DV oder Digital Video.

Das DV-System war bis in das neue Jahrtausend der Standard nicht nur für Camcorder im Freizeitbereich, sondern gleichermaßen bei den Profis von Film und Fernsehen. Ab dem Jahr 2004 wurde das Kompressionsformat MPEG2 für Videoaufnahmen eingeführt. Das ermöglichte die Aufzeichnung der Filme sowohl auf DV-Kasetten wie auch auf bandlosen Speichermedien. Dementsprechend wurden Camcorder entwickelt, die unter anderem mit widerbeschreibbaren DVDs arbeiteten oder eine Festplatte besaßen beziehungsweise auszuwechselnde Mikrodrives und, nicht zu vergessen, Speicherkarten. Allerdings sind die Formate MPEG2 oder das 2007 eingeführte MPEG-4-Format eher dem Amateurbereich vorbehalten, da die Komprimierung Qualitätsverluste mit sich bringt. DV bleibt im Profibereich dank verlustfreier Speicherung der Standard.

Heute zeigen sich Camcorder als flexible Geräte mit einem breiten Anwendungsspielraum, so wie etwa die robusten Action-Camcorder für den Einsatz direkt am Sportler. Im Freizeitbereich zeigt sich hierbei ein klarer Trend zur Miniaturisierung, was durch Mikro-SD-Speicherkarten mit Volumen von bis zu 128 GB unterstützt wird.

Eine neutrale Betrachtung der Segmente von Kompaktkameras und Camcordern für den Freizeitbereich könnte die Schlussfolgerung zulassen, das es hier einmal eine Zusammenführung geben wird. Beide Systeme können sowohl Einzelbilder wie auch Videos aufzeichnen. Wird dazu die starke Konkurrenz der Handykameras genommen, bleibt diesen Segmenten eigentlich nur die Spezialisierung auf Bereiche, in denen Smartphones aufgrund ihrer Empfindlichkeit und Bauweise nicht konkurrieren können. Das ist vorwiegend der Outdoor- und Sportbereich. Das bedeutet, dass die Geräte möglichst Wasser- und Schmutzunempfindlich sein müssen und genauso Stöße oder Stürze überstehen sollten. Im Umkehrschluss sind das dann wieder Geräte mit hoher Stabilität und Lebensdauer, was sich mit Sicherheit auf den Preis auswirken wird.

Dies ist jedoch nur eine Schlussfolgerung und muss nicht den markttechnischen Gegebenheiten folgen.

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